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Die Wochen vor der Arbeit

Man kann fast keinen größeren Fehler bei der Vorbereitung auf eine Klassenarbeit machen, als zu spät mit der Vorbereitung zu beginnen. Es gilt: "Nach der Arbeit ist vor der Arbeit"! Anders gesagt: Die richtige Vorbereitung auf die nächste Klassenarbeit beginnt bereits mit der Berichtigung der vorherigen Arbeit.

Eine gute Vorbereitung auf eine Klassenarbeit ist immer eine langfristige Vorbereitung. Sie kann zum Beispiel darin bestehen, dass man nicht nur die erteilten Hausaufgaben erledigt, sondern sich vor jeder Stunde (zu Hause!) noch einmal mit den Unterrichtsinhalten der letzten Stunde beschäftigt. Dies kann man tun, indem man im Buch oder im Heft den im Unterricht behandelten Abschnitt noch einmal durchliest.

Besonders hilfreich ist es, wenn man das Gelernte einem anderen erklärt. Gelingt einem das nicht, dann hat man die Inhalte noch nicht ausreichend verstanden.

Die Tage vor der Arbeit

In den letzten 4-6 Tagen vor einer Arbeit sollte man die langfristige Vorbereitung intensivieren. Man sollte sich einen Überblick verschaffen über die Inhalte, die für die Arbeit vorgesehen sind. Hat der Lehrer sich dazu nicht geäußert, dann sollte man ihn danach fragen, und zwar nicht erst am Tag vor der Arbeit. Sinnvoll ist es, wenn man sich vorgesehenen Inhalte der Arbeit in Stichpunkten auf einem Blatt notiert. Dann kann man bei der Vorbereitung immer wieder auf diesem Blatt nachsehen, welche Teile schon wiederholt wurden, und welche nicht.

Anstelle eines solchen Blattes (oder zusätzlich) kann man auch einen Spickzettel anfertigen. Auf diesem notiert man alles, von dem man meint, dass man es in der Arbeit vergessen könnte. Diesen Spickzettel liest man sich täglich mehrmals durch und prägt ihn sich ein.

Ansonsten sollte man zu möglichst vielen verschiedenen Aufgabentypen noch ein paar (nicht zu viele!) Aufgaben bearbeiten. Es ist meistens wenig ergiebig, wenn man eine Unmenge an Übungsaufgaben durchrechnet (am liebsten die, die man schon kann). Stattdessen sollte man sich Zeit nehmen, um das, was ins Lernheft (Merkheft) geschrieben wurde, noch einmal gründlich durchzulesen und zu wiederholen, damit man auch weiß, worum es geht.

Wichtig ist der Tag vor der Arbeit. Am Abend vor der Arbeit sollte man unbedingt rechtzeitig im Bett sein. Auf keinen Fall sollte man die letzten Minuten des Tages mit dem Lernen für die Arbeit verbringen. Stattdessen sollte man den Abend mit etwas ausklingen lassen, das man gerne macht und das einen entspannt. Vielleicht noch ein wenig schöne Musik hören oder mit jemandem ein Spiel spielen.

Und: Am Tag vor der Arbeit sollte man in Ruhe das ganze Material in die Schultasche packen, das für die Arbeit benötigt wird: Arbeitsheft (falls nicht in der Schule deponiert), Füller mit Ersatzpatrone, angespitzter Bleistift und angespitzte Buntstifte, Geodreieck und Zirkel, Radiergummi und Taschenrechner – je nachdem, was für die Arbeit benötigt wird bzw. zugelassen ist. UND: Am Abend vor der Arbeit sollte man den Spickzettel wegwerfen oder auf dem Schreibtisch deponieren. Auf keinen Fall sollte man ihn mit in die Schule bringen! Sonst gerät man noch in Versuchung, ihn vielleicht doch zu benutzen ...

Der Tag der Arbeit

Der Morgen am Tag der Arbeit sollte so normal wie möglich gestaltet werden. Wichtig auch: Frühstücken (und wenn es auch nur ein bisschen ist)! Die Unterlagen zur Vorbereitung auf die Arbeit sollte man am Tag der Arbeit eher nicht mehr anrühren. Wer sich langfristig und systematisch vorbereitet hat, der hat das nicht nötig. Man kann entspannt in die Schule gehen mit dem sicheren Wissen: Man hat getan, was man konnte. Wenn es jetzt trotzdem daneben geht, dann war es zumindest nicht die eigene Faulheit, die dazu geführt hat.

Am Morgen in der Schule sollte man sich nicht von anderen verrückt machen lassen! In jeder Klasse gibt es Panikmacher, die eine besondere Begabung haben, am Morgen vor der Arbeit alle anderen zu verunsichern und Angst vor der Klassenarbeit zu verbreiten. Um sich davon nicht anstecken zu lassen, sollte man um diese Mitschüler einen großen Bogen machen – zumindest am Morgen vor einer Klassenarbeit.

Wenn man dann im Klassenarbeitsraum sitzt und auf das Blatt mit den Aufgaben wartet, dann sollte man sich immer wieder selbst Mut zusprechen: "Ich habe gelernt, ich habe mich gründlich vorbereitet, ich habe alles getan, was ich tun konnte." Und wenn es jetzt trotzdem nicht klappt, dann ist es eben so – besser konnte ich es eben nicht.

Wer jetzt immer noch einen Spickzettel dabei hat oder sonstwo Dinge aufgeschrieben hat, die dort nicht hingehören, der sollte sie spätestens jetzt entfernen. Denn: Es handelt sich dabei nicht nur um einen Täuschungsversuch, der zur Abwertung der Arbeit führen kann. Es führt auf jeden Fall dazu, dass man während der Klassenarbeit dauernd Angst haben muss, erwischt zu werden und sich weniger gut auf die eigentliche Arbeit konzentrieren kann.

Sobald man das Blatt mit den Aufgaben vor sich liegen hat, beginnt die heiße Phase. Wichtig ist jetzt, dass man einen kühlen Kopf behält und keine Panik bekommt, wenn man eine Aufgabe nicht sofort lösen kann. Man sollte auch nicht erst alle Aufgaben einmal gründlich durchlesen – das dauert zu lange. Sinnvoll ist es, wenn man mit der ersten Aufgabe anfängt – es sei denn, man hat gerade mit dieser Aufgabe Schwierigkeiten. Dann sieht man sich eben die nächste Aufgabe an und beginnt mit dieser usw.

Auf keinen Fall sollte man bei einer Aufgabe hängen bleiben und immer wieder neue Lösungswege versuchen, bevor man nicht die Aufgaben bearbeitet hat, die einem leichter von der Hand gehen. Manchmal hat man später eine Lösungsidee für eine Aufgabe, die man vor ein paar Minuten noch nicht lösen konnte. Hat man alle "leichten" Aufgaben gelöst, dann kann man sich an die schwierigeren Aufgaben wagen. Dabei ist es gut zu wissen, dass man schon einen großen Teil der anderen Aufgaben gelöst hat.

Vernünftig ist es auch, wenn man eine Uhr dabei und im Blick hat, so dass man jederzeit weiß, wie viel Arbeitszeit schon vergangen ist und wie viel Zeit noch bleibt.